Allgemein

Warum der Blog diesen Namen trägt

Warum „Herz gegen Verstand“? Weil es, vielleicht geht es euch auch so, in vielen Situationen im Leben, ganz besonders aber in der Kinderwunschzeit, immer darum geht, das sich das Herz und der Verstand in die Quere kommen, sich gegenüberstehen und dadurch manchmal ein komplettes Gefühlschaos anrichten können. Und zu entscheiden, ob man mit dem Herz oder dem Verstand denken soll…  PUH! Das hat mich sehr oft an meine Grenzen gebracht. Denn die Hoffnung ist definitiv eine Herzensangelegenheit, wenn aber der Verstand schon sagt „Hallo, der Test ist negativ, du bist nicht schwanger“, sagt das Herz aber „Nö nö, wir sehen erst schwarz wenn wir rot sehen“. Tja, und genau das bringt einen manchmal, wortwörtlich, um den Verstand. 

Ich habe lange überlegt, ob ich meine Gefühle und Erfahrungen, niederschreiben soll, also hab ich nun, nach der ersten gescheiterten ICSI (Intracytoplasmatische Spermien Injektion – dazu später mehr) im August 2018 mich entschieden, einfach mal los zu tippen und habe schnell gemerkt das es mir sehr gut tut, meine Gedanken und Gefühle, manchmal auch meine Wut und auch meine Freude loszuwerden.

„kein Tabu-Thema“

Für mich sind die Themen „lange nicht schwanger werden“ und „Kinderwunschklinik“, KEINE Tabu-Themen und das sollte es auch nicht sein. Warum sonst gibt es diese Möglichkeit, sich diesen einen, aber riesigen Wunsch (hoffentlich) auf diese Art sich zu erfüllen, wenn es auf natürlichem Wege nicht klappt?

In der vergangenen Zeit von zwei Jahren, indem ich versuchte schwanger zu werden, haben wir, besonders ich, einiges ausprobiert. Von verschiedenen homöopathischen Mittelchen, Tees, Ovulationstests über Sex nach Plan, das Ausprobieren von einem Zyklusarmband, viel Recherche bis hin zur ersten Behandlung in einem Kinderwunschzentrum, war bis jetzt alles dabei.

In der Zeit haben wir auch geheiratet, das eine sehr schöne Ablenkung war und mein Mann und mich noch mehr zusammenschweißte. Denn jetzt sind wir eine Einheit im Kampf gegen die, stetig lauterwerdende, tickende, biologische Uhr.
(„Unsere Hochzeit: https://www.herz-gegen-verstand.at/2018/11/10/unsere-hochzeit/)

Ich habe eine neue Arbeitskollegin als gute Freundin gewonnen und schnell wieder verloren, weil ich mit ihrer plötzlichen Schwangerschaft nicht klar kam und sie mich dafür verurteilte. Es war so verdammt hart, jeden Tag diesen Bauch zu sehen wie dieser wächst und wächst. Dieser unerträgliche Neid, der sich manchmal auch in einen regelrechten Hass entwickelte. Das war der erste heftige Tiefpunkt. Und dadurch habe ich aber auch gelernt, das „Neid empfinden“ völlig OK ist. Leider wird man dadurch aber auch sehr schnell verurteilt. Dazu werde ich noch einen separaten Beitrag verfassen, denn das ist ein Thema, das sehr oft schön geredet wird.
(„Freund oder Feind“ https://www.herz-gegen-verstand.at/2018/10/05/112/ )

„So unendliche viele Fragen“

Der zweite Tiefpunkt kam, als ich meinen Hormonstatus prüfen ließ und der mir schwarz auf weiß zeigte, das ich auf natürlichem Wege nicht schwanger werden kann. Meine Welt brach für einen kurzen Augenblick zusammen. Mein Anti-Müller-Hormon (Hormon das für die Produktion der Eizellen zuständig ist) ist also mit 0,14 im Keller. Mit 34 Jahren! Was soll das denn? Werden wir je ein Baby haben? Was ist, wenn nicht? Wird unsere Beziehung daran kaputt gehen? Wieviel Versuche kommen auf uns zu? Wieviel Tränen werde ich noch vergießen? Wird mein Mann mich verlassen, wenn ich nicht schwanger werde? Wie weit werden wir generell gehen?

So unendlich viele Fragen stellt man sich! So viele Fragen über die ich in meinem Blog berichten werde. Ehrlich, direkt, ich werde kein Blatt vor den Mund nehmen und die Dinge beim Namen nennen. Denn es darf einfach kein Tabu-Thema sein!

„Entspannung schwängert mich auch nicht!“

Und dann war und ist da auch noch diese beschissene (sorry für den Ausdruck) UNGEDULD. Diese Ungeduld, die einen manchmal in den Wahnsinn treibt. Und in dieser ganzen Ungeduld kommen dann die gutgemeinten, aber leider absolut unpassenden Ratschläge, die ihr bestimmt, so wie ich, nicht mehr hören könnt, wie zB. „du musst nur etwas Geduld haben.“ oder „du musst dich einfach mal entspannen, dann klappt das schon.“ NEIN, denn Entspannung schwängert mich auch nicht!

Ich erlebte in der Zeit sehr viel Höhen und Tiefen, Trauer, Wut, Frustration, unfassbare Freude, Hoffnung, aber auch Dankbarkeit das ich einen so tollen Mann an meiner Seite habe, der die Ruhe in Person ist. Tolle Freunde und Familie, die stetig ihre Unterstützung anbieten und immer mit einem offen Ohr zur Seite stehen.

Ich hoffe, ihr könnt euch in meiner Geschichte etwas wiederfinden und habt Spaß beim Lesen, Mitfiebern und vielleicht auch daran mir Tipps zu geben und auch eure Geschichte mit mir zu teilen.

Eure Naddy

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.