Meine Geschichte

Wie alles begann…

Mein Mann und ich haben uns im Mai 2017 dazu entschieden, das wir ein Baby möchten. Also hieß es „Zack“ raus mit der Kupferspirale, die es sich seit vier Jahren in meinem Uterus gemütlich gemacht hatte, rein mit der täglichen Dosis Folsäure und losgings. 😉 
Oh mein Gott war das aufregend. Soviel Vorfreude. Ich malte mir schon aus wie es sein wird, wenn wir es seinen und meinen Eltern erzählen werden. Und hatte ich eine Vorfreude auf das Kaufen von Schwangerschaftshosen. *schmunzel* Kennt ihr die? Die mit dem tollen hohen Gummibund um den Bauch schön einzupacken. Ach herrlich! Es war so ein schönes Gefühl, diese Verbundenheit mit meinem Mann. Dieses „Wir sind nun bereit für ein Baby“
Ich konnte es kaum fassen, ich, die nie Kinder wollte, eher schon Kinder gruselig fand, hatte nun endlich einen Mann gefunden mit dem ich diesen so schönen Wunsch entwickelt hatte. Und es fühlte sich richtig an. Es fühlte sich schön an. Und es fühlte sich ehrlich an.

Das erste dreiviertel Jahr ohne Erfolg:

Kennt ihr das? Nach dem ersten Monat, als die ungeliebte „rote Tante“ auftauchte, dachte man sich „Naja, wär ja auch ein Knüller gewesen, wenn es im ersten Monat geklappt hätte!“. Nach dem zweiten Monat ist auch noch alles OK, da ich „Dr. Google“ fragte und der mir sagte „Eine 32-jährige Frau hat unter Umständen nicht mehr in jedem Zyklus einen Eisprung, da ihre Hormonproduktion abzunehmen beginnt“. So, der Verstand wusste das es ein paar Monate dauern würde und das Herz fieberte dem Wunder entgegen mit „Beim nächsten Mal klappts, ich weiß es ganz genau“! Nach dem vierten Monat, waren wir dann schon ein klein wenig traurig und ungeduldig. Ich war etwas irritiert, das dieses Gefühl doch schon so früh auftrat. Da kamen dann schon die ersten unbrauchbaren Kommentare wie zB. „Naja, etwas Geduld müsst ihr schon haben!“ Dann kam der sechste Monat, indem ich nicht schwanger geworden bin. Da war das gaaaaanz kleine traurige Gefühl doch schon etwas größer geworden und das fing an zu nerven. Es nervte, schon wieder die Periode zu haben, rot zu sehen, es nervte, schon wieder diesbezüglich Tampons kaufen gehen zu müssen, es nervte wieder unserem näheren Umkreis zu sagen das es wieder nicht geklappt hat, es nervte, nicht zu wissen „Warum“, es nervte das man sich diesen einen Wunsch nicht mit Geld erfüllen konnte, es nervte das das „nach dem Sex ein Kissen unter den Hinter schieben“ nichts geholfen hat, es nervte einfach!

„Spermiogramm und Hormonstatus sahen nicht gut aus.“

Im November 2017 ging dann mein Mann, ohne sich zu beschweren, denn dieser Part gehörte auch dazu, zur Samenabgabe um ein Spermiogramm machen zu lassen. Ergebnis: Zeugungsfähig, aber die meisten „Schwimmer“ sind in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt.
Es war nicht das Ergebnis, das wir erhofften, aber das „zeugungsfähig“ schwarz auf weiß zu haben war ein positives Ergebnis und das wiederum brachte Freude mit sich. Es hätte auch schlimmer kommen können. So, jetzt war natürlich auch ich an der Reihe. Ich wollte natürlich, da ich keine Geduld besaß, sofort einen Termin und mir wurde nur am Telefon gesagt, das meine Frauenärztin erst im März 2018 wieder in der Ordination sei. „Waaaas? Fast ein halbes Jahr noch warten? Ach nö! So ein Mist.“ Im Nachhinein hatte ich erfahren das meine Ärztin ein Baby bekam. Naja, ich lass das mal so stehen. *augenverdrehen*
Nun gut, dann war es nun wieder mal soweit, das ich mich in Geduld üben musste. Schon wieder! Somit gab es einfach mal weiterhin Sex nach Plan, die ätzende Warterei, Weihnachten & Co.

„Und dann kam der März“

Dann, dann kam endlich der März! Und ich war nach wie vor immer noch nicht schwanger. Naja, mein Herz sagte mir weiterhin jeden Monat aufs neue „Diesen Monat hat es bestimmt geklappt“. Und der gute alte Verstand? Der lachte im Hintergrund und sprach „Mit dem Spermiogramm wird’s wohl eher schwierig“. Pffff, von dem ließ ich mich, noch nicht, unterkriegen und ging mit neuer Euphorie zu meiner Frauenärztin.

Sie ist wunderbar, sie strahlt diese gewisse Ruhe aus. Ich erzählte ihr das wir nun schon fast ein Jahr Sex nach Plan hatten, das ich denke einen Eisprung zu haben und das DAS EINE Schwimmerchen immer noch nicht ins Schwarze getroffen hatte. Die ersten Fragen von ihr waren zB. Was habt ihr schon alles ausprobiert? Gibt’s schon ein Spermiogramm?
Also: Ausprobiert haben wir einiges, dazu gibt’s noch einen separaten Bericht, in dem ich alle Mittelchen und Helferchen erkläre, die wir verwendet haben. Eisprung: Habe diesbezüglich Ovulationstests verwendet und dachte dadurch „Ja, ich habe einen!“
Anschließend erklärte sie mir kurz, was ein Hormonstatus ist und das man diesen auf jeden Fall mal prüfen sollte.

Das Gespräch war sehr gut und es gab mir/uns wieder neue Hoffnung. Nun wartete ich ab, bis ich meine Tage bekam, rief wieder dort an, konnte am selben Tag noch vorbei kommen um mir Blut abnehmen zu lassen.

„Oje, der gefürchtete Hormonstatus.“

Zwei Wochen später bekam ich dann den heißersehnten Anruf „Das Ergebnis ist da, sie können gleich am Freitag vorbei kommen.“ Uhhhh war ich aufgeregt, nervös, verunsichert und wieder total am Grübeln. Ich und meine Gedanken – never ending story.

Da saß ich nun, nervös und freudig zugleich. Und dann kam der Dämpfer.
„Das wird leider auf natürlichem Wege nicht klappen!“ Mein Anti-Müller-Hormon ist im Keller und liegt bei nur mehr 0,14. BÄM! Es traf mich genau zwischen meine Augen. Ich konnte in dem Moment keinen klaren Gedanken fassen. Und das ist sehr selten. Der Durchschnittswert sollte zwischen 0,4 und 1 liegen. Die Chancen das mein Körper überhaupt eine Eizelle produziert und diese dann noch durch ein, nicht ganz so bewegliche, Spermazelle befruchtet wird, liegt also fast bei Null. Wohlbemerkt mit 33 Jahren!

„Die künstliche Befruchtung – für uns definitiv eine Option!“

Sie sprach gleich, mit sanfter Stimme, weiter und erklärte mir, das die Hoffnung aber dadurch nicht gestorben sei und fragte mich anschließend ob für uns die „künstliche Befruchtung“ in Frage käme.
Da war es, das was viele als Tabu-Thema sehen. Die künstliche Befruchtung. Reagenzglasbabys. Unnatürlich schwanger werden. Es werden ja sehr viele Begriffe dafür verwendet. *schmunzel* Tja, für mich war das kein unbekanntes Thema. Ich hatte die Monate davor schon etwas vor mich hingegoogelt und informierte mich ein klein wenig über dieses Thema. Das „gefürchtete“ Thema wurde auch schon mit meinem Mann besprochen und zu meinem Glück, war er sehr aufgeschlossen.
Deshalb war meine Antwort: „Ja, definitiv kommt das für uns in Frage! Wie wir schlussendlich zu unserem Baby kommen, spielt keine Rolle!“
Naja, eine Rolle spielt das schon, aber da wusste ich noch nicht was alles auf uns zukommen würde.

Sie gab mir kurzerhand einen Überweisungsschein in die Hand und informierte mich kurz über die, leider nur zwei, Optionen die ich in meiner Umgebung habe. Eine Privat-Klinik, eher unpersönlich, laut anderen Patienten und die Kinderwunschklinik in einem Landeskrankenhaus. Mit dem Überweisungsschein in der Hand und dem leeren Gefühl das ich hatte, verließ ich etwas irritiert die Praxis, rief meinen Mann an und erzählte ihm, das wir nun eines von den Paaren waren bzw. werden, die eine künstliche Befruchtung in Erwegung ziehen müssen/dürfen/können/werden.

Was kommt nun alles auf uns zu? Die Gefühle waren irgendwie durcheinander. Von Euphorie über Verzweiflung war alles dabei. Wie wird wohl das Erstgespräch werden? Wann werden wir überhaupt einen Termin bekommen? Wird das noch im Jahr 2018 stattfinden?
Mit weiteren Fragen saßen wir da und ließen erst einmal die ganzen Informationen sacken um neue Energie zu tanken für das was kommen wird.

Wie ist es euch ergangen? Hattet ihr viele Kliniken zur Auswahl? Wie war euer Weg? Würde mich über die ein oder andere Geschichte oder Antworten freuen.

Eure Naddy

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