Erste ICSI

Die Eizellenentnahme


Ein bisschen Glück gehört auch dazu!

Vorab schon mal: Ich habe mich etwas gefühlt wie ein Versuchskaninchen in einem Labor. *lach* Sehr seltsam, aber auch unglaublich aufgeregt. Bevor ich in die Klinik zur Punktion (Eizellenentnahme) durfte, musste ich zuerst zwei Tage vorher dorthin um mir eine „Auslöse-Spritze“ abzuholen. Sprich, ich musste mit den zuvor gekauften Medikamente um Punkt 20.00 Uhr in die Klinik. Dort wurde mir dieses Gemisch aus zwei Mediakmenten in meinen Hintern gespritzt. Somit wurde mein Körper auf den „geplanten Eisprung“ vorbereitet.

Der Tag der Punktion werde ich nicht so schnell vergessen. Ganz ehrlich: Habt ihr euch nicht auch wie eine Art Versuchskaninchen in einem Labor gefühlt? „Massenabfertigung“ triffts auch ganz gut. *lach*

6.45 Uhr musste ich nüchtern in der Klinik antreten. Mein Mann war natürlich auch dabei und der hatte wenigstens einen Kaffee intus. *lach* Oh mein Gott, nüchtern, ohne Kaffee, das meine morgenmuffelige Laune auf Zack brachte. Nachdem sich dann noch weitere vier Pärchen eingefunden haben, kam eine sehr nette Schwester auf uns zu, die uns alle anschließend in ein Zimmer begleitete, das sechs Betten besaß. Als wir alle nacheinander den Betten zugeteilt wurden, ging die Schwester zum ersten Bett und stellte sich vor. Anschließend bekam die Dame in Bett 1 ein Becherchen mit Tabletten, eine ausführliche Erklärung für was welche Tablette wäre und das sie doch bitte dieses schicke OP-Hemd anziehen solle. Dann ging sie, hab nun übrigens mitbekommen das ihr Name Petra war, zum nächsten Bett und soweiter.

Bei mir angekommen wusste ich schon genau wie es lief. Schickes OP-Hemd anziehen und zwei Tabletten schlucken. Eine war ein Magenschutz und die zweite ein Schmerzmittel. Hmm, Schmerzmittel? Wird das hier etwa schmerzhaft? Ein wenig Angst machte sich breit.

Mittlerweile war es kurz vor 8.00 Uhr, mein Magen knurrte wie verrückt und der fehlende Kaffee am Morgen merkte ich an meiner, nicht allzu guten, Laune.
Es war eine bedrückende und doch erfreuliche Stimmung in dem Krankenzimmer. Wir sechs Frauen, die alle wegen derselben Prozedur hier waren, schwiegen uns an, obwohl wir uns doch bestimmt, eventuell sehr hilfreich, austauschen könnten.
Nach ca. einer halben Stunde kam ein Arzt in grüner Montur herein, ging zu der Dame in Bett 1 und erklärte ihr alles bezüglich dem Zugang den er ihr legen musste.

 „Wie eine Massenabfertigung“

Nun bekam eine nach der anderen eine schicken Zugang gelegt. Bis ich an der Reihe war, wurde die erste Dame schon für den „Eingriff“ abgeholt. Komisch, alles war so komisch. Wie eine Massenabfertigung. Wir Frauen waren eben einfach nur Nummern. Schwester Petra war sehr sehr nett, aber trotzdem hatte das ganze einen kleinen aber feinen Beigeschmack. Ich hatte irgendwie Angst, Freude und Hoffnung zugleich. Wie so oft in dieser ganzen Zeit.

10.00 Uhr, ich war an der Reihe und begleitete die Schwester in den Untersuchungsraum, in dem die Punktion stattfinden soll.
Die Narkoseärztin empfang mich mit einem sehr beruhigenden Lächeln, stellte sich vor und begleitete mich zum „Untersuchungsstuhl“, wo sich dann auch der Arzt vorstellte, der den Eingriff durchführen durfte. So, und genau dann wurde es irgendwie gruselig. Ich saß nun auf dem Behandlungsstuhl, die Beine auseinander, und total nervös. Die Beine wurden festgeschnallt, ich bekam eine Art Beatmungsmaske aufgesetzt  und auf meine Augen wurde ein Tuch gelegt. Oh mein Gott, dachte ich, ich bin hier völlig ausgeliefert. Irgendwie war das freudige Gefühl verschwunden. Ein wirklich sehr unbehagliches Gefühl machte sich breit. Anschließend bekam ich das „Betäubungsmittel“ in den Zugang gespritzt und binnen von zwei Sekunden war ich weg. Wie ein festgeschnalltes Tier, das eingeschläfert wurde. Genau so hab ich mich gefühlt.

Nach etwa 10 Minuten wachte ich mit einem schwammigen Gefühl wieder auf, saß in einem fahrbaren Stuhl, der mich wieder zurück ins Zimmer brachte. Dort angekommen, legte ich mich in mein Bett, schrieb meinem Mann eine kurze Nachricht, zu mehr war ich nicht im Stande, und machte wieder die Augen zu.
11.30 Uhr war ich wieder halbwegs fit und bekam eine Kleinigkeit zu essen. Ich fühlte mich gut, etwas schlapp, aber gut. Schmerzen hatte ich zum Glück keine und benötigte somit auch keine weiteren Schmerzmittel. Nachdem ich mich von meinem schicken OP-Hemd verabschiedete, ich mich wieder anzog, gingen mein Mann und ich in den unteren Stock zu der Kinderwunsch-Abteilung, wo wir erfahren sollten ob bzw. wieviel Eizellen punktiert werden konnten.

Der Satz der Hoffnung: „Zwei Eizellen konnte punktiert werden.“

Rein ins Zimmer, indem meine/unsere betreuende Schwester schon auf uns wartete und uns die freudige Nachricht überbrachte: „Wir konnten 2 Eizellen punktieren, wobei die eine nicht ganz so gut aussieht!!!!“ Die Freude war riesig, da wir solche Angst hatten, überhaupt eine zu bekommen. Wir konnten es kaum glauben, wieder einen Schritt weiter. Ein großes „WOW“ und „JUHUUU“! Sie zeigte uns ein Foto beider Eizellen. Die eine sah sehr gut aus, rund, eine schöne Hülle und klar. Die andere hatte nicht ganz so eine schöne Hülle und ein paar Knubbel an der Außenwand.
„So, jetzt muss sich wenigstens eine dieser beiden nur noch befruchten lassen“. Dieser Satz, der Schwester, war wieder ein ordentlicher Dämpfer. Denn diese Info sollten wir erst am darauffolgenden Tag erfahren dürfen. Und wie ihr ja wisst: Warten ist sooooo ätzend!!! 🙁

An diesem Tag ging ich sehr früh ins Bett, sodass dieser Tag, voller Eindrücke, Ängste und Freude einfach rum war. Am nächsten Morgen, konnte ich es kaum abwarten bis es 7.30 Uhr war und ich endlich anrufen konnte.

Um Punkt 7.30 Uhr griff ich zum Handy und rief an. „Tadaaaaa“ es konnte sich DIESE EINE Eizelle auch befruchten lassen. Was für ein hartnäckiges kleines Ding. Wo mir doch noch vor einer Woche gesagt wurde „Oje, wenn die Follikel nicht bis dann und dann etwas weiterwachsen, dann müssen wir abbrechen!“ „PAH, denen hast du es aber gezeigt, kleine Eizelle!“ *schmunzel*
Somit konnte ich schon am übernächsten Tag für den Transfer vorbeikommen. Wuhuuuuu, endlich bekomme ich eine befruchtete Eizelle eingesetzt!!! Wir hätten nicht gedacht, das wir beim ersten Versuch überhaupt soweit kommen würden. Somit war wieder ein Meilenstein erreicht und die Reise konnte weitergehen. Aber das diese erste Reise auch ein bitteres Ende nehmen könnte, hatten wir verdrängt, da die Freude über diesen Meilenstein zu groß war.

Mein Fazit zur Punktion: Gefühlsachterbahn hoch 10. Schlussendlich war ich froh das es rum war. Ich hatte alles gut überstanden, hatte keine Schmerzen und das Ergebnis war 1 Eizelle. Klar, schön wäre gewesen wenn es welche zum einfrieren gegeben hätte. Aber was zählt ist die Qualität und nicht die Quantität. Denn am Ende braucht es nur DIE EINE.

Eure Naddy

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