Erste ICSI

Test: NEGATIV

„Was der bei mir auslöste und der gesamte Kinderwunsch aus mir machte.“

     

    

Wir spulen nun ein wenig vor. Kurz und knapp: Nachdem ich zwei Wochen lang allmögliche Medikamente oral wie vaginal in mich hineinstopfte, konnte ich endlich diesen Test machen. Ich war irgendwie gar nicht so aufgeregt wie ich es vielleicht sein hätte sollen. Mein Herz hibbelte dem entgegen mit „das muss nun einfach geklappt haben“ und mein bescheuerter Verstand drängte sich, wieder einmal, dazwischen mit „Ach, warum sollte es auch diesmal geklappt haben?“
So bescheuert. Einfach nur bescheuert. Beschwerden? Jaaaaa, genügend. Ein Zwicken da, ein Ziepen hier, … Aber ich wusste das dies von den Medikamenten kam, deshalb war es einfach nur bescheuert.
Becher. Pinkeln. Stäbchen rein. Warten.
Zack, da stand es? Was? Nichts, einfach nichts, außer EIN doofer Strich. Wo blieb der Zweite? Wo, verdammt blieb der Zweite???

„6 Tage nach dem negativen Test“

Es war gerade 18:00 Uhr und ich starrte wie jeden Abend ständig auf mein Handy, surfte im Netz (sagt man das heutzutage noch so?), klickte mich durch diverse Apps, schaute mir fastizierend und doch total gelangweilt die Stories auf Instagram an. Apropos Instagram.

Ich sah eine Story einer sehr guten Freundin an. Ein schöner Holztisch, der von ihrer Freundin die gerade ein Haus neu renoviert hatte, mit zwei wunderschön kitschigen Gläsern auf diesem wunderschönen Tisch darauf. In den Gläsern, eine rote Flüssigkeit mit Beeren drin, wahrscheinlich irgend ein Erfrischungs-Sekt-Getränk. Und als ich mir diese 4 Sekunden Story  ansah, dachte ich das erste Mal daran wie unfassbar langweilig mein Leben geworden ist.

„Das Leben bestand nur noch aus dem Wort Kiwu.“

„Dieser beschissene Kinderwunsch!“ Genau das dachte ich mir, als ich diese perfekt instenierte Story sah. Die Leben anderer zogen an mir vorbei wie ein Schnellzug, der einfach nicht halt machen möchte. Dieser Kinderwunsch, der soooo schön anfing, nimmt einem das Leben weg. Ganz schleichend. Durch dieses ständige „Auf und Ab“ der Gefühle wird es einfach irgendwann nur noch traurig und verbittert. Es gibt irgendwann ein Punkt, an dem ich das nun begriff. Mein Leben drehte sich nur noch ums Schwanger werden. Keine Frage, wir waren erst ca. 1 1/2 Jahre dran, aber trotzdem fühlte es schon so ewig an. Ich habe größten Respekt vor den Mädls/Frauen die nach zB fünf Jahren immer noch die Kraft haben dem Wunsch nachzugehen. Pah, die lachen mich wahrscheinlich aus, das ich nach so kurzer Zeit schon verzweifle und manchmal verbittert bin. Ich war zum Teil selbst überrascht, wie schnell ich in diese Kinderwunsch-Spirale gezogen wurde. Und ich wusste, das ich da irgendwie wieder rauskommen musste. Nur wie?

„Ein Wunsch sollte doch was Schönes sein, oder?!“

„Wunsch“, dieses Wort verbindet man doch mit etwas Schönem, mit Hoffnung, mit Träumen. Aber stattdessen habe ich diese unglaubliche Unruhe in mir. Eine Unruhe die sich auf einen Schlag in eine unfassbare Demotivation verwandelte, die mich nur noch zu Hause rumsitzen lässt.

Ich frage mich ernsthaft „Warum ist das plötzlich so, es war doch vor dem Kinderwunsch auch schön, wunderbar und aufregend. Warum ist nun alles zuviel?“ Es ist mir schon zuviel zu einer Freundin zu fahren. Nicht das ich depressiv geworden bin. Nein. Ich fühle mich nur im Moment zu Hause am wohlsten. Hier fühl ich mich geborgen, einfach etwas weniger gestresst. Das ist im Moment mein Schneckenhaus, wo ich nicht weiß wann und wie ich da wieder rauskomme/finde.
Denn da draußen lauern „Gefahren“. *schmunzel* Es könnte wieder irgendeiner erzählen das schon wieder jemand schwanger geworden ist. Es könnte mich schon wieder jemand fragen wie es denn aussehe mit Kinder kriegen. Es könnte schon wieder eine Hochschwangere auftauchen, die mich plötzlich zum weinen bringen würde. und und und.
Und genau aus dem Grund schütze ich mich mit dem das ich einfach zu Hause bleibe.

„Irgendetwas fehlt!“

Irgendetwas fehlt! „HAHA ein Kind“ würden nun viele sagen, aber nein, das ist es nicht. Naja, im Grunde genommen schon, aber woher weiß ich das etwas fehlt, wenn es nie da war? Es fehlte davor, bevor dieser unbeschreiblich riesige Wunsch auftauchte, auch nicht. Ich suche und suche, aber ich finde es nicht. Ich fühle mich so unrund, irgendwie schwammig, weiß nicht genau wie ich es beschreiben soll.

Manchmal denke ich daran, ob ich vielleicht einfach nur ein Hobby brauche. Vielleicht Yoga? Oder doch eine Sportart um mich ordentlich auszupauern? Klettern vielleicht? Oder vielleicht sollte ich das buddhistische Zentrum in meiner Nähe besuchen um mich selbst zu finden? Das ist ein sehr gutes Stichwort: „Wieder zu sich selbst finden“. Aber wie??? Ich habs einfach noch nicht rausgefunden. Aber bei meiner ganzen frustierenden Stimmung, finde ich das Nachdenken über das was mich zu mir selbst finden lässt, gerade etwas Positives. Ich versuche nun zurück zum Ursprung zu finden. Zum Beginn, an dem alles noch soooo schön war. Wo die Freude über „wir starten jetzt mit dem Projekt Baby“ noch soooo groß war und ich hoffe das ich genau DAS bald wieder spüren werde.

Eure Naddy

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