Zweite Icsi

Ein Satz mit X – das war wohl nix

Der zweite (ICSI) Versuch

Am 01. April 2019 war endlich der Tag der Tage gekommen. Nach 7 Monaten Zwangspause, mit Tränen, Verzweiflung, Freude, Blutabnahmen, Euphorie, gefühlten 2034 Tampons und allen Gefühlen was es so gibt, durften wir wieder starten.
Was für ein tolles Gefühl. Das Gefühl einer neuen Chance. Das Gefühl das vielleicht diesmal alles gut wird. Vielleicht sogar besser. Das Gefühl der Erleichterung, aber euch der Angst. Vielleicht würde diesmal die befruchtete Eizelle einschlagen wie eine Bombe. Vielleicht aber auch nicht.

Der „Wochenende-Sex“ schlug leider nicht ein wie eine Bombe und deshalb hieß es wieder spritzen bis der Arzt kommt.
(Die Zeit nach der ersten ICSI: https://www.herz-gegen-verstand.at/2019/06/16/lange-zeit-nach-der-ersten-icsi/)

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„Start der zweiten Hormon-Stimulation“

Wir starteten mit einer Decapeptyl Spritze täglich, um den Eisprung zurückzuhalten und 300 IE Puregon als Stimulations-Booster um meinen Eierstöcken Feuer unter den Arsch zu machen. *lach*

Also irgendwie hatte ich das Spritzen nicht ganz so schmerzhaft in Erinnerung. Es zwickte und brannte viel stärker. Und ich war emotional immer sehr den Tränen nah. Mich nahm es irgendwie viel mehr mit als bei der ersten ICSI. Ich dachte eigentlich das es leichter werden würde. Aber egal, ich biss die Zähne zusammen und freute mich schon auf den ersten Ultraschall. #mimimi

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„Erster Follikel-TV“

Am 09. April war ich mit vollster Aufregung, wie am ersten Schultag, um 7.15 Uhr in der Klinik. Zack, lag ich auf dem Stuhl und ließ mir zwischen die Beine gucken. „Hmm, irgendwie gewöhn ich mich einfach nicht dran.“ Und dann, dann kam ein weiterer Schlag in die Fresse. Besser gesagt in die Eierstöcke.
Kein noch so kleiner Follikel sichtbar. Niente, nada, nichts. Ich war total geschockt und erstarrte. Warum? Warum produzierten meine Eierstöcke, trotz höchster Dosis Hormone, nicht einmal 1 Follikel? Der Arzt sah mich verdutzt an und konnte es sich selbst nicht erklären. Und trotzdem konnte man einen Hauch Hoffnung in seinem Gesichtsausdruck erkennen. Darauf hin gab er mir ein weiteres Medikament mit. Ich sollte zusätzlich noch 150 IE Menopur täglich spritzen und Freitags, also den 12. April, nochmals zum Ultraschall kommen. Mimimi, noch eine weitere Spritze. „Ja ja, hau ich mir halt noch mehr von dem künstlichen Zeug in meinen Körper.“ Ich hatte schon gar keine Stelle mehr frei, wo es nicht weh tat. Und das Schlimmste war, das ich irgendwie wusste, das auch dieses zusätzliche Medikament nichts bringen würde. Jetzt mal ehrlich, wenn am Zyklustag 9 noch nichts gewachsen war, kommt da auch nichts mehr, oder?

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„Zweiter Follikel-TV“

Am Freitag, war wie zu erwarten, nichts. Einfach nichts. Ein Satz mit X, das war wohl nix. Mein Körper schien völlig immun gegen die Hormone zu sein. Ich spürte nichts, weder Stimmungsschwankungen, noch irgendein Zwicken im Bauch. Naja, verständlich, nachdem nichts gewachsen war.

Er nahm mir Blut ab und meinte, das er nun prüfen würde, ob meine Eierstöcke überhaupt arbeiten würden. Am Mittag bekam ich das Ergebnis: Meine Eierstöcke machten komplett dicht. Die zeigten mir quasi ganz fett den Mittelfinger. Die hatten keinen Bock auf die künstlichen Hormone. Das Ergebnis zeigte, das sie nicht mal annähernd beginnen würden einen Follikel zu erzeugen. Motivation meiner Eierstöcke? Gleich NULL!

Ich wusste nicht weiter, ich konnte es nicht glauben. Die, „vermeintlich“, letzte Chance schwanger zu werden war dahin. Wenn mein Körper nicht mehr mal medizinische Hilfe in Form von künstlichen Hormone annahm…
Was sollten wir jetzt tun?

Ich hatte dann kurz darauf einen Termin bei meiner Psychotherapeutin und sie prägte mir einen einfachen Satz ein, der mir bis heute manchmal zu helfen scheint. „Sieh es als Versuch, nicht mehr und nicht weniger!“ Ich versuchte also von nun an die Dinge neutral zu sehen, denn schwanger zu werden mit Hilfe von Ärzten und Medikamenten ist wie das Wetter beeinflussen zu wollen! Man kann noch so sehr hoffen und betteln, wenn es schlussendlich dann doch regnet muss man es hinnehmen!

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Und dennoch bekam ich vor ein paar Wochen einen „Wink mit dem Zaunpfahl“. Einen Input. Einen Input über das Thema „sanfte ICSI“. Wäre das vielleicht noch eine Option für uns, für meinen Körper, für meine Eierstöcke? Und würden sie diese annehmen?

Fortsetzung folgt…

Eure Naddy

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