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Der „sanfte“ Weg einer neuen Chance

„Kleine Vorgeschichte“

Einige Zeit, bevor wir mit der zweiten ICSI im April starteten, postete die liebe Sandy auf Instagram eine Story, in der sie ein wenig von einer weiteren Methode, um schwanger zu werden, erzählte. Die Methode der „sanften ICSI“. Sandy eröffnete mir damit einen neuen Weg und das bestärkte mich weiterzumachen.

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„Who is Sandy?“

Sandy Urban ist ein Kinderwunsch- und Life-Coach. Ich habe sie über Instagram „kennengelernt“ und bin von ihrer unfassbar wunderbaren und einfühlsamen Art begeistert und liebe das was sie tut. Sie postet auf ihrer Instagram-Seite sehr tolle Sprüche und Texte, die einem wirklich in jeder Situation des Lebens, und vor allem bei unerfülltem Kinderwunsch, helfen können oder auch zum Nachdenken anregen. Ich liebe ihre Podcasts und den „Love-Letter“, der einmal pro Woche per Mail kommt, denn es hilft mir einen anderen Blickwinkel in der, manchmal, sehr schweren Zeit zu bekommen. Schaut euch doch einfach mal ihre Homepage oder Instagram-Seite an, vielleicht ist auch was für euch dabei. Ich, für meinen Teil, kann sie bzw. ihre Arbeit wärmstens empfehlen. 🙂 Und „nein“ ich werde nicht dafür bezahlt. *lach* Ich finde schlichtweg einfach nur toll was sie macht.

Instagram: sandy_urban_coaching https://www.instagram.com/sandy_urban_coaching/
Homepage: https://www.sandyurban.com

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„Was ist eine „sanfte ICSI“ überhaupt?“

Bei einer „sanften ICSI“ oder auch „ICSI Naturelle“ genannt, wird die Hormonstimulation weggelassen, der Rest bleibt gleich. Das heißt, man muss sich nicht täglich eine Spritze in den Körper jagen. Es wird in einem natürlichen Zyklus engmaschig in mehreren Ultraschalluntersuchungen kontrolliert, ob sich ein Follikel bildet bzw. ob dieser dann ordentlich heranreift. Wenn „ja“, gibt es zum richtigen Zeitpunkt, wenn er also die richtige Größe erreicht hat, eine Auslösespritze. Anschließend wird der Follikel, meist zwei Tage später, punktiert, die daraus gewonnene Eizelle im „Glas“ (außerhalb des Körpers) befruchtet und zurücktransferiert. Also alles genau so wie bei einer herkömmlichen ICSI, nur eben ohne Stress, Druck und den hohen Kosten. Abgesehen davon, ist es auch wesentlich schonender für den Körper.

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„Der Stein, in meinem Kopf, kam ins rollen“

Ich war sehr skeptisch. Denn mein erster Gedanke war: „Ich brauche doch mehr Follikel um was zum Einfrieren zu haben!“ Das denken sich viele, aber man vergisst dabei, das je mehr Follikel heranreifen, desto größer besteht die Gefahr einer Überstimulation oder das die Qualität der Eizellen leidet.
In der nächsten Sekunde musste ich lachen, denn bei unserer letzten ICSI reifte, trotz höchster Dosis künstlicher Hormone, nicht einmal ein einziger kleiner Follikel heran. „Also habe ich ja eigentlich nichts zu verlieren, oder!?“

Nachdem dann eben unsere zweite ICSI scheiterte, schrieb Sandy mich an bzw. schickte mir kleine persönliche Videobotschaften. Sie brachte mir diese Methode der „sanften ICSI“ nochmal im Detail näher, wie stressfrei es sich anfühlte und ich solle mir doch mal diese Art der ICSI etwas mehr durch den Kopf gehen lassen. Sie war so lieb und einfühlsam, nahm sich Zeit, beantwortete mir all meine Fragen und nahm mir dadurch meine Bedenken.
Der Gedanke, das Ganze ohne Hormone zu machen, löste bei mir ein Gefühl aus. Ein Gefühl, das mir sagte „ohne Druck“. Und dieses Gefühl fühlte sich gut an. Sehr gut sogar. Endlich waren mal mein Herz und Verstand einer Meinung. *schmunzel* Ich fing nun an, meinem Körper wieder mehr Vertrauen schenken zu wollen. Das ich daran glaubte, das er es auch ohne dieses „Zeug“, das sich künstliche Hormone nennt, schaffen und einen „brauchbaren“ Follikel produzieren würde.
Und nachdem all meine Fragen beantwortet waren, stand für uns fest: Der nächste Versuch wird eine „sanfte ICSI“.

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„Unsere erste stressfreie, sanfte ICSI“

Der erste „natürliche“ Versuch begann am 16. Mai 2019. Da bekam ich meine Tage und hoffte das meine Eierstöcke nicht zu sehr mitgenommen waren von der letzten Hormonstimulation. Am 27. Mai, es war ein Montag, war dann der erste Ultraschall, der erste Follikel-TV (Zyklustag 12). Und siehe da, tadaaa, mein Körper kann es also auch ohne Stimulation.
1 Follikel der 10 mm groß war. Nun musste der eigentlich nur noch wachsen und dann wäre ich ohne großen Aufwand endlich wieder soweit gekommen wie vor einem Jahr. Am Freitag darauf gab es dann den zweiten Ultraschall. Der Follikel wuchs nicht mehr weiter und blieb bei 10 mm stehen. Nach einem anschließendem Bluttest sah man auch, das meine Eierstöcke nicht mehr weiterarbeiteten bzw. sich schon auf die zweite Zyklushälfte vorbereiteten.

Schade Marmelade! Die Enttäuschung kehrte zurück. Aber nicht so heftig wie sonst immer. Ganz ehrlich, die Enttäuschung hielt sich wirklich sehr in Grenzen. Irgendwie war ich stumpf, ein stumpfes Gefühl hatte ich. Klingt komisch, aber ich fand dieses Gefühl gut. Besser als in Tränen zu versinken. Denn ich dachte mir, das ich ja nichts verloren hätte, denn ich hatte einen Follikel. Und ein Follikel bei meinem niedrigen AMH-Wert ist wunderbar. Mein Körper merkte wohl, das ich ihm wieder etwas mehr vertrauen würde. 🙂 Meine Motivation hatte ich wieder gefunden und war glücklich darüber das mein Körper einfach noch „funktionierte“.

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„Der zweite „sanfte“ Versuch“

Da haben wir kurz und knapp wieder ein Satz mit X, das war wohl nix. Im zweiten Zyklus hatte ich zum ersten Ultraschall keinen Follikel, somit war der Zyklus dahin. Aber auch das war nicht ganz so schlimm. Irgendwie fühlte es sich trotzdem richtig und stressfrei an. Punkt. Dem, finde ich, ist nichts mehr hinzuzufügen. 🙂

Ich wusste und fühlte einfach, das es definitiv die richtige Entscheidung war, diesen Weg zu wählen und wir werden es nun einige Zeit mit dieser Methode weiter versuchen. Das Alphabet geht ja bekanntlich bis „Z“. Sollte also Plan B, C, oder D nicht funktionieren, hätten wir noch genügend Buchstaben zur Verfügung. 😉

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„Fazit“

Ich bin sehr froh das sich durch Sandy für mich ein neuer Weg eröffnete. Und dafür bin ich ihr sehr sehr dankbar. Ich möchte euch ans Herz legen, das es mehrere Wege gibt. Das die sanfte ICSI zB eine sehr gute Möglichkeit ist weiterzumachen, da es einfach von den Kosten her wesentlich günstiger ist und den Druck rausnimmt. Mir tut diese Methode sehr gut, da ich mich weniger gestresst fühle und ich wieder mehr meinem Körper und mir selbst vertraue.

Vorteile: keine Nebenwirkungen durch die künstlichen Hormone. Auch die Kosten sind dementsprechend viel niedriger. Keine Gefahr für eine Überstimulation. Für den Körper und die Psyche ist es weniger Stress und Druck und die Qualität der Eizellen leidet nicht so sehr wie wenn etliche Follikel künstlich zum Heranreifen „gezwungen“ werden.

Nachteile: Es reift nur ein Follikel heran. Es benötigt vielleicht dadurch auch mehrere Monate, da es sein kann das auch mal gar keiner heranreift (zB bei einem niedrigen AMH-Wert) oder der Follikel schlichtweg leer ist. Das heißt man braucht dabei etwas mehr Geduld.

In diesem Sinne: Gebt nicht auf, es gibt noch Plan B, C, D, …

Eure Naddy

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